Manipulierter Lastwagen gestoppt – AdBlue-Betrug kostet knapp 10'000 Franken

(St-Maurice VS). Zwischen Ende Juli und Ende August 2026 wurden in St-Maurice und Gondo drei Fahrzeuge mit manipulierten Abgasreinigungssystemen angehalten.

In allen drei Fällen ermöglichten die Veränderungen, die ordnungsgemässe Funktion der zur Reduzierung von Schadstoffemissionen vorgesehenen Systeme zu umgehen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Kontrolle: Mittwoch, 23. September 2026, kurz vor 10.15 Uhr
  • Fahrzeug: In Portugal immatrikulierte Fahrzeugkombination
  • Lenker: 42-jähriger brasilianischer Staatsangehöriger
  • Manipulation: Elektronische Systeme von Motor und Abgasnachbehandlung
  • Fall: Neunter AdBlue-Betrug im laufenden Jahr
  • Sanktionen: Insgesamt knapp 10’000 Franken
  • Weiterfahrt: Erst nach vorschriftsgemässer Instandsetzung

Neunter Fall von AdBlue-Betrug in diesem Jahr

Im Rahmen der Kontrollen des regionalen, nationalen und internationalen Verkehrs überprüften Mitarbeitende des Schwerverkehrskompetenzzentrums am Mittwoch, 23. September 2026, kurz vor 10.15 Uhr, eine in Portugal immatrikulierte Fahrzeugkombination, die von einem 42-jährigen brasilianischen Staatsangehörigen gelenkt wurde. Die technischen Überprüfungen ergaben Manipulationen an den elektronischen Systemen des Motors und der Abgasnachbehandlung.

Der Lenker sowie der Verantwortliche des Unternehmens wurden bei der Dienststelle für Strassenverkehr und Schifffahrt angezeigt. Die ausgesprochenen Sanktionen belaufen sich insgesamt auf knapp 10’000 Franken. Vor der Weiterfahrt musste das Fahrzeug zudem wieder vorschriftsgemäss instandgesetzt werden.


ℹ️ AdBlue-Betrug: Was wird dabei eigentlich manipuliert?

AdBlue wird bei modernen Dieselfahrzeugen in der Abgasnachbehandlung eingesetzt. Im sogenannten SCR-System trägt es dazu bei, schädliche Stickoxide im Abgas zu reduzieren.

Bei einem AdBlue-Betrug wird dieses System manipuliert oder ausser Funktion gesetzt. Dazu können beispielsweise elektronische Emulatoren oder Veränderungen an der Fahrzeugsoftware eingesetzt werden. Solche Eingriffe können dem Fahrzeug ein korrekt arbeitendes Abgasreinigungssystem vortäuschen, obwohl die vorgesehene Abgasnachbehandlung nicht ordnungsgemäss funktioniert.

Der finanzielle Anreiz liegt unter anderem darin, AdBlue einzusparen. Ein vom Schweizer Zoll dokumentierter Fall zeigte zudem eine weitere mögliche Folge: Weil die leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) vom Emissionsstandard abhängt, kann eine Abgasmanipulation auch Auswirkungen auf die geschuldete Abgabe haben.

Die Schweizer Behörden gehen deshalb gezielt gegen solche Manipulationen vor. ASTRA, Umweltbehörden sowie Polizei und Zoll haben ihre Kontrollen bereits vor Jahren verstärkt. Dabei werden schwere Nutzfahrzeuge ausdrücklich auch auf AdBlue-Manipulationen überprüft.


 

Quelle: Kantonspolizei Wallis
Bildquelle: Kantonspolizei Wallis